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Aktuelles

Samstag der 24. Juli 2010

Ein sonniger und verheißungsvoller Julitag, wie gemacht für ein gewaltiges Straßenfest. Junge, fröhliche Menschen aus allen Richtungen des Himmels auf dem Weg nach Duisburg, um an diesem Straßenfest teilzunehmen.

Eine gewaltige Medienpräsenz, stundenlange Fernsehberichterstattung. So begann die Loveparade und verhielt sich über Stunden wie erwartet: laut, voll, bunt, fröhlich.

Man muß kein Raver und um die 20 sein, um sich von dieser Stimmung einladen und mitreißen zu lassen. Viele waren dabei – vielleicht viel zu viele.

Grausam, wie das fröhliche, leichte Fest kippte und für 21 Menschen zwischen 18 und 38 zur Todesfalle wurde.

Das Unglück, was geschah, ist entsetzlich: junge Menschen wurden in der Menge erstickt, wurden tot getrampelt, flohen in Panik und stürzten zu Tode. Die, die dabei waren, haben schreckliche Eindrücke und Bilder auszuhalten und zu verarbeiten. Die, die nicht dabei waren, sehen diese Bilder seit Stunden und Tagen in der Dauerberichterstattung der Medien. Pausenlos und ohne Filter

„Sie werden doch sicher von Anrufen überschwemmt seit dem Unglück am Samstag!“ „Wie gehen Sie mit diesen Anrufen um?“ - so oder ähnlich lauten die Fragen, die nun Medienvertreter seit dem grausamen Unglück bei der Loveparade täglich mehrfach an unser Büro richten.

Nein, wir werden nicht von Anrufen überschwemmt – oder sollten wir sagen: noch nicht? Die TelefonSeelsorge wurde natürlich am Wochenende von besorgten Angehörigen genutzt, die im allgemeinen Chaos niemanden mehr erreichen konnten. Aber das alles blieb vereinzelt.

Die Anrufe nach dem Wochenende waren und sind in der Zahl verkraftbar. Nur der Inhalt des Geäußerten, die spürbare und hörbare Emotion der Anrufenden ist in diesen Tagen die große Herausforderung für die Mitarbeitenden. Es wird geweint, geschwiegen, gewütet, Fassungslosigkeit ausgedrückt, Todesangst formuliert. Mancher Anrufer hat Sterbende und Tote gesehen und hat Angst, zum Schlafen die Augen zu schließen, um zu verhindern, dass die Bilder von den Toten im Traum wieder und wieder erscheinen.

Das und mehr müssen Mitarbeitende im Dienst der TelefonSeelsorge im Moment anhören, mittragen und aushalten können.

Sie tun das mit großer Anteilnahme, mit Verständnis und Geduld und tragen so dazu bei, dieses unglaubliche Unglück zu verarbeiten - in der Hoffnung, dass Menschen, die Augenzeugen eines solchen Dramas geworden sind, sich entlasten können und so keine Traumata entstehen.





Falls Sie Interesse an der Ausbildung und einer Mitarbeit bei der TelefonSeelsorge haben, können Sie sich gerne an uns wenden:

Sekretariat: Frau Klaudia Kuipers
Telefon: 0203/22657
E-Mail: duisburg@telefonseelsorge.de